Bynebüll
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Die Legende von Jonathan Byne

Der Name unserer Warft Bynebüll geht auf die Legende von Jonathan Byne zurück.

Jonathan Byne wuchs in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts als Findelkind im Zisterzienser-Kloster Boyle Abbey in der irischen Grafschaft Roscommon auf.
Schon als Knabe hatte Jonathan eine große Sehnsucht nach dem Meer und baute Floße, mit denen er über die Flüsse und Seen der heimatlichen Region schippern konnte. Durch die klösterliche Erziehung und seinen hellen Geist genoss er eine für jene Zeit ungewöhnliche Bildung.
Als junger Mann entschied er sich, nicht im Kloster zu bleiben, sondern als Kaufmann in die Welt zu gehen. Er bereiste die Meere, handelte vor allem mit Tuch und Gewürzen und hegte eine besondere Vorliebe für alle fremdartigen künstlerischen Dinge, die ihm auf seinen vielen Reisen unterkamen. Mehrfach führten ihn seine Handelsreisen in die mittelalterliche Handels- und Hafenstadt Tondern im Schleswigschen (heute Dänemark).
Dort lerne er eine junge Frau aus gutem Hause, deren Name nicht überliefert ist, aus der Horsebuheret (der heutigen Wiedingharde) kennen und lieben, sodass er von da an versuchte, längere Zeiten in der schleswigschen Region zu verbringen und auf seinen Reisen immer wieder dort hin zurück zu kehren. Immer brachte er der jungen Edlen besondere Geschenke aus seiner Heimat oder aus fremden Ländern mit, darunter auch manch künstlerische Kuriosität. Es ist anzunehmen, dass so eine vermutlich aus dem Ostindischen stammende, transportable und mit Figuren bespielbare Kiste, eine Art Guckkastenbühne, bestehend aus Holz und bemalten Stoffen, in ihre Hände gelangte.
Nach dem Namen des edlen Gebers und Verehrers nannte die junge Frau das außergewöhnliche Geschenk „Byne“ im Laufe der weiteren Sprachentwicklung mag daraus „Bühne“ geworden sein. Allerdings kam erst dreihundert Jahre später im 17. und 18. Jahrhundert die Guckkastenbühne als eine Bühnenform, die bis heute das Theater bestimmen sollte, im englischen und noch später im deutschen Theater auf.
Im Alter von etwa 40 Jahren hat Jonathan Byne vermutlich zum letzten Mal Tondern und die Angebetete besucht. Über seinen weiteren Lebensweg ist nichts bekannt. Im Zusammenhang mit seinem exotischen Geschenk, der „Byne“ soll jedoch sinngemäß jener berühmte Ausspruch von Jonathan Byne stammen, der später als Zitat in William Shakespeares Kaufmann von Venedig wieder auftaucht: „Die Welt ist eine Bühne, auf der Jeder seine Rolle zu spielen hat.“